Ich bin eine Herzschreiberin

Ich liebe Geschichten! Geschichten, die von Menschen erzählen, ihren Erfahrungen, ihren Wegen, den Hürden, die sie bewältigt haben, an denen sie gewachsen und gereift sind. Und ich liebe es menschlich. Liebe Dinge, die mich im Herzen berühren, mich nachdenklich stimmen, die ich auf mein Leben und meine Situation übertragen kann. Dinge, die mich etwas lehren, sprechen mich an. Ich tue mich schwer mit Daher- und Schöngerede und auch mit heile Weltgeplänkel. Ich möchte gerne mehr erfahren, mich erfahren – immer und bei allem, was ich tue, bin auf der Suche nach dem Kern der Dinge, nach den Essenzen, die sich unter der Fassade verbergen. Mancher mag sagen, dass mein Anspruch hoch ist, oder dass bei all der Tiefsinnigkeit der Spaß auf der Strecke bleibt, doch so empfinde ich es nicht. Die Freude, dich ich empfinde, ist nicht albern oder oberflächlich, sie überfliegt mein Gesicht nicht nur mit einem Sekundenlächeln. Meine Freude ist tief. Sie hat den Ursprung in meiner mir innewohnenden Heiterkeit und tiefen Zufriedenheit, im Einverständnis dessen, dass alles gut ist, so wie es ist.

 

Und sie wächst zunehmend und ist groß geworden mit den Jahren, so groß, dass sie zum Motor meines Handelns geworden ist. Das ist schwer vorstellbar, vor allem für Zweifler. Für sie ist es undenkbar, dass man ohne Berechnung oder aus Profiteifer agieren könnte. Sie glauben nicht, dass jemand allein der Freude wegen aktiv werden und handeln kann. Doch genauso ist es!

 

In all der Schwere, das Leichte

Die Freude ist der Schlüssel des Herzens. Sie öffnet es und nährt es zugleich. Ein weit geöffnetes, wohlgenährtes Herz strahlt, geht in Kontakt und zieht mehr Freude an. Je mehr Freude wir am Leben haben, desto unerschütterlicher und selbstverständlicher wird sie in uns. Ein offenes Herz verändert unseren Blick auf die Welt, es ermöglicht uns, die Perspektive zu wechseln. Natürlich sehen wir weiterhin auch die Übel, die Schwere, die Not, das Elend, das den ganzen Erdenball überzieht. Doch die Freude ist ein Wandler, sie verändert die Sicht, schaut weiter als nur vor die Wand, dreht und wendet die Dinge, betrachtet sie neu. Und auch wenn man es ihr nicht zutraut, die Freude spricht aus, benennt, jedoch ohne zu verurteilen. Sie wandelt Hass, Wut und Schwere ist etwas Veränderbares, denn sie ist ein Mittler, ein Brückenbauer der Menschlichkeit und hebt das Gute, das Positive, den Entwicklungsimpuls hervor, der allem innewohnt.

 

Und nicht nur das. Wenn man sich der Freude hingibt, sie in sich etabliert und beginnt, die Welt durch die Augen der Freude zu betrachten, denn weitet sie sich aus und verbindet sich mit etwas weit Größerem, als wir es sind. Denn die Freude ist der Götterfunke der Schöpfung, sie ist das Feuer der Kreativität. Sie ist eine unerschöpfliche Quelle, ein Labsal, ein Elixier – ein Zaubertrank. Von ihm gekostet, holt sie das hervor, was in uns steckt, bringt die Fähigkeiten und Talente zutage, die in jedem von uns schlummern. Und ich habe gekostet – vom Zaubertrank des Lebens - vor vielen Jahren schon und es hat mich gewandelt, etwas hervorgelockt, von dem ich bis dato nicht wusste, das es zur Leidenschaft meines Lebens werden würde - das Schreiben.

 

Schreiben ist Liebe

Ich liebe es zu schreiben – könnte nichts schöneres tun, meinen Tag nicht besser gestalten, als mit den Buchstaben, die aus mir hervordrängen, sich mir aufzwängen und den Sätzen, die sich in mir formen, die unbedingt nach außen dringen wollen. Bewusst lausche ich dem Leben, achte auf alles, was zwischen den Zeilen steht, höre auf den Raum hinter den Worten. Ich atme die Welt und ihre Botschaften ein und atme sie als Buchstaben wieder aus. Alles, was ich wahrnehme, fließt über meinen Verstand direkt in mein Herz hinein, wird dort bewegt – gewandelt und drückt sich in dem, was ich zu Papier bringe wieder aus. Und so darf ich sagen, dass ich eine Herzschreibende bin, eine, die dem Leben mit offenem Herzen begegnet, es auf die ganz eigenen Weise interpretiert und als Geschichten, Gedichte, Artikel, Slams oder persönliche und sachliche Texte ins außen trägt. Ich folge der Sehnsucht meines Herzens und bin sehn-süchtig geworden – süchtig danach, dem was mich bewegt, schreibend Ausdruck zu verleihen.

 

Schreiben ist Sehnsucht.

Schreiben ist Liebe.

Wer schreibt,

ist ganz da und gleichzeitig

der Welt ein Stück entrückt.

Schreiben beglückt!